Künstliche Intelligenz aus der Praxis für die Wirtschaftsschule

Silbury

„Shit in, shit out!“ Ein Slogan, der auf simple Art und Weise eine Grundfunktion der KI beschreibt. Wer der KI schlechte Anweisungen gibt, d.h. nicht gut „prompted“, wird ein dementsprechend minderwertiges Ergebnis erhalten. Welche Erkenntnisse gab es darüber hinaus zum Thema KI?

Am Donnerstag, den 23. Oktober, hatten die Schülerinnen und Schüler der Klassen WS 9 und WS 10 die Gelegenheit, einem spannenden Vortrag von Kolja Eigl, Geschäftsführer des Softwareunternehmens Silbury in Fürth, zu lauschen. In 90 Minuten entführte er die Teilnehmenden als absoluter Experte aus der Praxis in die faszinierende Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) – ein Thema, das unsere Gesellschaft bereits heute tiefgreifend verändert und künftig definitiv noch stärker prägen wird.

Herr Eigl verglich die rasante Entwicklung der KI mit der Industriellen Revolution – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Während die Dampfmaschine über Jahrzehnte hinweg nur geringe Produktivitätssteigerungen brachte, ermöglichen KI-Systeme heute Sprünge von 20 bis 40 Prozent quasi über Nacht.

Die Einsatzmöglichkeiten, die er exemplarisch aufzeigte und per anschaulicher Videos verdeutlichte, sind beeindruckend:

  • Textgenerierung sowie Dokumenten- und Vertragsprüfung
  • Recherchetools wie Perplexity
  • Automatisiertes Shopping mit KI-Agenten, z. B. buyforme von Amazon
  • Übersetzungen in lippensynchrone Videos in allen Sprachen z. B. via HeyGen
  • Bild- und Videobearbeitung und -generierung mit Tools wie Sora, QwenAI und Google Veo
  • Softwareentwicklung durch KI-gestützte Programmierung, z. B. mit tabnine
  • Robotik in der Industrie – etwa der Figure 02, der bei BMW in den USA eingesetzt wird

Besonders eindrucksvoll war die Demonstration, wie verschiedene KI-Systeme zusammenarbeiten können: Ein Beispiel zeigte, wie aus einer einfachen Frage („Welche Bücher sollte ich gelesen haben?“) ein 57-seitiges Dokument, eine Bücherliste und sogar eine Website mit Lesefortschritt generiert wurden – alles automatisiert und binnen weniger Minuten.

Herr Eigl betonte, dass KI nicht als Bedrohung, sondern als neue Kompetenz verstanden werden sollte. Sie ist ein Werkzeug, das verantwortungsvoll genutzt werden sollte. Man muss sie verstehen und anwenden können, denn KI wird die Gesellschaft verändern. Er appellierte insbesondere an die Jugendlichen, auf ihre Daten zu achten, die sie oft ohne es zu hinterfragen, bereitwillig in Social Media preisgeben. Zudem sei es immer noch wichtig zu prüfen, was die KI liefert. Man darf nie aufhören, selbst zu denken! „Stay thinking!“

Kathrin Förtsch

 

geschrieben am 13.11.2025