Im Rahmen von Erasmus+ entsendeten wir mit Unterstützung der Deutsch-Irischen Industrie- und Handelskammer vom 29.03. – 18.04.2026 siebzehn Berufsschülerinnen und -schüler nach Galway, Irland. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren überwiegend angehende Industriekauffrauen und -männer, es waren aber auch drei Schülerinnen aus dem Bereich Großhandel dabei und eine zukünftige Kauffrau für Büromanagement. Die Gruppe absolvierte einen Kurs, der sowohl sprachliche als auch theoretische, wirtschaftliche Elemente enthielt. Nach einer Abschlussprüfung dürfen sich die Auszubildenden nun Kauffrau bzw. Kaufmann International nennen.
Im Vorfeld wurde diese Mobilität intensiv vorbereitet, einerseits über Teams, wo alle notwendigen Informationen rund um den Auslandsaufenthalt hinterlegt waren, andererseits durch den Englischunterricht und zwei nachmittägliche Treffen an Freitagen.
Frau Weißflog begleitete die Gruppe in den ersten Tagen sowie in der letzten Woche und wurde zwischendurch von Frau Gürel abgelöst. Auch mit den Lehrerinnen traf sich die Gruppe außerunterrichtlich im Pub und ließ die Eindrücke der Heimat auf Zeit gemeinsam Revue passieren. Im Folgenden schildern drei Auszubildende ihre Erlebnisse während dieser drei spannenden Wochen.
Fáilte go hÉirinn!
Mit vollgepackten Koffern und großer Vorfreude ging es am Sonntag, 29.03.26, für unsere Gruppe nach Galway. Unser erster Eindruck war typisch irisch: regnerisch und windig. Nach der Ankunft trafen wir unsere Gastfamilien und nutzten die Zeit, um uns vom Reisetag zu erholen und Kraft für den ersten Schultag am Galway Language Center (GLC) zu sammeln.
Im ersten Teil der Woche nahmen wir nach dem Unterricht an einer Stadtführung teil und besuchten ein Technik- und Kommunikationsmuseum, das „Computer and Communications Museum of Ireland“, wo die Entwicklung von Technologie und Kommunikation lebendig wurde.
Wir lernten viel von unserem irischem Lehrer Joe, der nebenbei auch Musiker war. Er gab uns viele hilfreiche Tipps zu Irland und führte uns durch den dreiwöchigen Kurs. In unserer Unterrichtszeit arbeiteten wir in Kleingruppen an einem Businessplan für ein imaginäres Unternehmen, welchen wir am Ende des Lehrgangs den anderen Gruppenmitgliedern vorstellen sollten.
Ár gcéad seachtain i nGaillimh!
Die Osterfeiertage verbrachten wir ebenfalls mit ein wenig Projektarbeit, denn am Ende der drei Wochen mussten wir unser fiktives Unternehmen den anderen Mitschülern präsentieren. Nach getaner Arbeit durften natürlich auch ein paar Abende im Pub nicht fehlen, bei denen wir uns mit einigen sehr kontaktfreudigen Iren unterhielten.
Am Sonntag der 1. Woche besuchten einige von uns die Cliffs of Moher. Dort erwartete uns eine beeindruckende Aussicht auf das UNESCO World Heritage. Dieses Naturwunder einmal in echt zu sehen, machte das Erlebnis noch einmal deutlich besonderer. (Annika Kühner, WIK 11A)
Eine ganz besondere Erfahrung war unser Trip entlang des Wild Atlantic Way. Hier kann man die so bekannte Natur Irlands hautnah erleben. Zur Sommerzeit finden hier einige Surfturniere statt, aber auch im März und April sind die Küsten und die Nationalparks beeindruckend schön.
Ein besonderer Stopp: das beeindruckende Dunguaire Castle – direkt an der Bucht gelegen und voller Geschichte.
Der Abend im Pub war eine richtig schöne Gelegenheit, als Gruppe noch enger zusammenzukommen. In entspannter Atmosphäre wurde viel gelacht, gequatscht und einfach der Moment genossen.
Auch der Vortrag rund um das Thema Marketing am GLC hat spannende Einblicke geboten. Besonders wertvoll war, dass wir unsere Businesspläne für das Schulprojekt mit dem Referenten besprochen und durch sein Feedback weiter verbessern konnten. Ergänzend dazu wurde uns erklärt, wie wir AI sinnvoll als Unterstützungsmöglichkeit nutzen können.
Wir hatten außerdem einen Vortrag zu Datengemeinschaften und moderner Kommunikation – mit spannenden Einblicken, wie gemeinsames Nutzen von Daten Innovation fördern kann. (Theresa Holzwarth, WIK 11B)
Ein kurzer Ausflug nach Dublin gehört natürlich dazu, wenn man Irland besucht. Als erstes legten wir einen Stopp an der berühmten Statue „Molly Malone“ ein.
Molly war eine Straßenhändlerin aus dem 19. Jahrhundert, die damals Obst, Gemüse oder kleine Waren direkt auf der Straße verkauft hat – oft mit einfachem Handkarren wie diesem. Solche Händlerinnen waren ein wichtiger Teil des Stadtlebens und haben die Versorgung der Menschen geprägt, lange bevor es Supermärkte gab. Weitere Impressionen aus Dublin sieht man auf den Bildern.
Um an unserer Sprachschule Bridge Mills Galway Language Centre das „Kaufmann/-frau International Certificate“ zu erhalten, war es erforderlich, sowohl einen schriftlichen Englischtest abzulegen als auch einen Businessplan zu entwickeln.
Wie schon erwähnt, erarbeiteten wir hierfür in Gruppen ein fiktives Unternehmen, für das wir einen detaillierten Businessplan sowie eine passende PowerPoint-Präsentation erstellten. An den Nachmittagen während des dreiwöchigen Kurses arbeiteten wir fleißig an unseren Projekten und entwickelten sie Schritt für Schritt weiter.
Am letzten Tag präsentierten wir schließlich aufgeregt unsere Ergebnisse und haben alle die Prüfung bestanden. (Antonia Späth, WIK 11B)
Der Abflugtag am 18.4.26 wurde von allen herbeigesehnt, denn trotz der schönen Eindrücke und des Lebens bei einer fremden Familie vermissten die meisten Schülerinnen und Schüler die deutsche Heimat doch sehr. Der Heimflug nach München verging schnell und die mitgebrachten Souvenirs und Fotos wurden noch am selben Wochenende mit den Lieben daheim ausgetauscht.
Vielen Dank an alle Beteiligten für die professionelle Durchführung der Mobilität und vielen Dank auch an alle Betriebe, die die Auszubildenden für diese Auslandserfahrung freigestellt haben.
Nadine Weißflog
